Der Start in Broc: Hinein in das grüne Naturwunder
Unsere Wanderung beginnt im charmanten Dorf Broc, das vielen vor allem durch die Schokoladenfabrik Maison Cailler bekannt sein dürfte. Doch heute zieht es uns nicht zur Schokolade, sondern direkt in die ungezähmte Natur. Schon nach den ersten Metern auf dem Wanderweg verändert sich die Kulisse schlagartig. Das Rauschen des Wassers wird lauter, und die Zivilisation weicht einer dichten, grünen Oase.
Der Weg führt uns tiefer hinein in ein spektakuläres Wald- und Felstheater. Überall sprießt das frische Frühlingslaub, moosbewachsene Steine säumen den Pfad und das kühle Nass des Jaunbachs ist unser ständiger, dynamischer Begleiter.
Spektakuläre Holzstege und wilde Naturkraft
Das absolute Highlight der Wanderung sind die hölzernen Stege und Galerien. Sie wurden direkt in die senkrecht aufragenden Felswände gebaut. Gut gesichert durch stabile Geländer wandert man hier direkt über dem Flussbett. An einigen Stellen verengt sich die Schlucht so dramatisch, dass kaum noch Sonnenlicht den Boden erreicht – eine unglaublich mystische Atmosphäre.
Nach den engsten Felsspalten öffnet sich das Tal immer wieder. Das Licht bricht durch das Blätterdach der Bäume und lässt das Wasser in faszinierenden Grün- und Grautönen schimmern.
Überall am Wegesrand gibt es kleine Entdeckungen zu machen. Rechts und links der Felswände stürzen immer wieder kleine, namenlose Sturzbäche herab, die den Hauptfluss speisen.
Der Aufstieg: Perspektivenwechsel und geheime Höhlen
Je weiter wir dem Flusslauf folgen, desto mehr steigt der Weg an. Plötzlich eröffnet sich uns ein völlig neuer Blickwinkel. Von weit oben schauen wir hinab in das tiefe Schluchtbett und entdecken eine schmale Fußgängerbrücke, die wir gleich überqueren werden. Auch die Felswände zeigen hier ihre geheimnisvolle Seite: Dunkle Höhleneingänge zeugen von der Kraft des Wassers und der Zeit.
Kurz vor dem Verlassen der eigentlichen Schlucht zeigt sich der Jaunbach noch einmal von seiner wildesten Seite. Eingezwängt in ein felsiges Nadelöhr rauscht das Wasser über dicke, bemooste Blöcke.
Das Finale: Der Lac de Montsalvens und ein Stück Zeitgeschichte
Nach dem letzten Aufstieg öffnet sich die Landschaft und wir stehen plötzlich vor einem beeindruckenden Bauwerk: dem Montsalvens-Staudamm. Diese 1921 fertiggestellte Talsperre ist eine echte Pionierleistung – sie war Europas erste Staumauer mit einem doppelten Gewölbe!
Der Blick von der Staumauer hinab in das Flussbett, aus dem wir gerade emporgestiegen sind, ist schwindelerregend, aber wunderschön. Das olivgrüne Wasser sammelt sich in einem kleinen Becken, bevor es seinen Weg antritt.
Oben angekommen, werden wir mit einem Postkartenpanorama par excellence belohnt. Der Lac de Montsalvens liegt spiegelglatt vor uns. Dahinter ragen die markanten, schroffen Felszacken der Gastlosen und der tief verschneite Dent de Broc in den stahlblauen Himmel. Ein Kontrast aus saftigem Frühlingsgrün und alpinem Winterweiß, der sprachlos macht.
Der Rückweg: Entspanntes Uferwandern und Nervenkitzel zum Schluss
Um die Wanderung perfekt zu machen, folgen wir dem gemütlichen Uferweg entlang des Sees. Der schmale Pfad schlängelt sich durch lichten Wald und bietet immer wieder fantastische Ausblicke auf das grüne Wasser und die fernen Berge.
Bevor wir uns an den Abstieg oder den Rückweg machen, wartet noch ein letztes, kleines Abenteuer auf uns: Eine lange, spektakuläre Hängebrücke spannt sich hoch über einen Seitenarm des Sees. Sie schwankt sanft bei jedem Schritt, ist aber perfekt gesichert und sorgt für den perfekten, leicht abenteuerlichen Abschluss einer unvergesslichen Wanderung.
Unser Fazit zur Jaunbachschlucht
Die Wanderung von Broc zum Lac de Montsalvens ist unglaublich abwechslungsreich. Auf relativ kurzer Distanz erlebt man wilde Schluchtenromantik, alpine Panoramen, historische Ingenieurskunst und eine Prise Nervenkitzel auf der Hängebrücke. Da der Weg hervorragend ausgebaut ist, eignet er sich fantastisch für einen Tagesausflug mit der ganzen Familie – inklusive vierbeinigem Begleiter.













