Ein Tag zwischen wilden Canyons und schattigen Bergwäldern
Gestern ließ ich das geschäftige Fort Collins hinter mir, um ein neues Abenteuer im Hinterland Colorados zu wagen. Mein eigentliches Ziel für den Tag war der verlockende Lower Dadd Gulch Trail. Doch schon die Anreise verwandelte sich in ein unerwartetes Highlight, das mich völlig in seinen Bann ziehen sollte.
Sobald die Stadtgrenzen verblassten, tauchte ich ein in eine vollkommen andere Welt: Die State Route 14 West verwandelte vor meinen Augen in eine absolut herrliche, majestätische Panoramastraße. Die Landschaft explodierte förmlich in rauen Formen und lebendigen Farben. Zur rechten Seite erhoben sich mächtige, zerklüftete Felswände in warmen Erdtönen, ockerfarbenen Nuancen und rötlichem Granit. Direkt links neben der Fahrbahn wand sich der Cache la Poudre River – Colorados einziger National Wild and Scenic River – ungezähmt durch das enge Tal. Ich war so überwältigt von der intensiven Atmosphäre, dem Rauschen des Wassers und dem harten Kontrast zwischen gleißendem Sonnenlicht und tiefen Felsschatten, dass ich einfach alle paar Minuten anhalten musste, um diese Kulisse fotografisch festzuhalten.
Galerie I: Die majestätische Passage des Poudre Canyons
Besonders fasziniert war ich, als ich am Flussufer plötzlich Kletterer entdeckte. An einer der schmalsten, unbarmherzigsten Stellen des Canyons hatten die Sportler ein straff gespanntes Seil knapp über der reißenden, schäumenden Strömung angebracht. Während ich dachte, dass ich niemals freiwillig versuchen würde, dieses Wildwasser zu durchwaten, bewies ein Kletterer absolute Nervenstärke. Er agierte unglaublich intelligent, lag rücklings am horizontalen Seil und zog sich mit eisernem Fokus und Präzision Stück für Stück über die tosenden Wassermassen hinweg ans andere Ufer. Ein packendes Schauspiel inmitten der rauen Wildnis!
Galerie II: Mutproben über dem reißenden Strom
Nach diesem fesselnden Zwischenstopp setzte ich meine Fahrt fort. Das Tal öffnete sich kurzzeitig und offenbarte weite, friedliche Flussbiegungen, die im sanften Licht der Vormittagssonne glitzerten, bevor der eigentliche Trailhead erreicht war.
Galerie III: Die ruhigen Oasen vor dem Aufstieg
Pünktlich zur Mittagszeit ging es dann endlich auf den Lower Dadd Gulch Trail. Der schmale, erdige Pfad führte mich direkt hinein in die welligen Hügel und dichten Wälder des Tals. Zu Beginn versprühte die Landschaft noch einen rauen, alpinen Charme mit ihren grün-grauen Bergwiesen, vereinzelten herbstlich verfärbten Bäumen und dem urwüchsigen Charakter aus nachwachsendem Unterholz und verwittertem Totholz vergangener Jahre.
Doch je weiter ich vorankam, desto mehr schloss sich das Blätterdach. Die anfänglich schönen Ausblicke auf die umliegenden Felswände wichen einem eintönigen, dichten Bergwald. Nach etwa der Hälfte des Trails – nach knapp drei Kilometern stetigen Aufstiegs – zog ich die Reißleine. Die Aussichten hier drinnen waren einfach nicht überwältigend. In mir reifte der Entschluss, dass die spektakuläre Schluchtstraße unten am Fluss hundertmal schöner war als dieser Pfad. Ohne Reue drehte ich um und wanderte beschwingt zurück zu meinem Auto, um die magische Canyon-Atmosphäre der Route 14 ein weiteres Mal auszukosten.
Galerie III: Auf dem Lower Dadd Gulch Trail












